Die
Merkendorfer Altstadt zeigt auf leicht ansteigendem Gelände
einen fast quadratischen Grundriss. Die Stadtmauer, rund 1100
Meter lang, begrenzt mit ihren drei Toren und acht Türmen den
Stadtkern. Die Hauptstraße, die vom Unteren zum Oberen Tor führt,
weitet sich in der Stadtmitte zum Marktplatz. Hier soll unser
Rundgang beginnen. |
| Der
Marktplatz wird vom spätgotischen Rathaus
beherrscht, dessen Außenwände teils in massivem
Sandsteinmauerwerk, teils in abwechslungsreichem Fachwerk ausgeführt
sind.
Über dem wappengeschmückten Portal erinnert ein dreiteiliges
Relief an den Besuch Kaiser Maximilians I. Es zeigt im
Mittelfeld den Kaiser zu Pferd mit erhobenem Schwert, darüber
das Spruchband „IMP CAES MAXIMIL AUG“. Rechts ist das
kaiserliche Gefolge mit Trommler und Fahnenträger, links die
Bürgerschaft zu sehen. Eine Inschrifttafel verkündet: „Am
Montag nach Allerheiligen 1506 ward in dießem Rathaus Kayßer
Maximilian bewillkummt“.In dem im 15. Jahrhundert errichteten
Gebäude sollen Bürgermeister und Rat 1479 ihre erste Sitzung
abgehalten haben. 1648 brannte das Rathaus ab und wurde 1659 bis
1661, mit einer Stadtapotheke im Erdgeschoss, wieder aufgebaut.
1851 kaufte die Stadt den Getreidespeicher vom Staat, verlegte
die Verwaltung dorthin und verkaufte 1856 das Rathaus an den
Grünbaumwirt, der das Gebäude umbaute und für Brauereizwecke
nutzte. Bei einer Außenrenovierung im Jahr 1933 legte man das
Fachwerk frei. Nachdem der Eigentümer mehrmals gewechselt
hatte, kaufte die Stadt 1987 das Gebäude zurück, sanierte es
und nutzt es seit 1991 wieder als Rathaus.
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