|
|

Lob des Sauerkrautes,
Volkslied um 1720
Ein Schwein und ein Faß Sauerkraut
Ein guter Vorrath ist,
In theurer Zeit mir garnicht graut:
Wann mich darnach gelüst,
Da thun wir von Speck Seiten
Ein Brätlein zubereiten,
Ergreifen die Gabel
Und spicken den Schnabel:
Hohoho, o Sauerkraut!
Sauerkraut mit Mehl vermischt
Gehört für das Gesind,
Die Griefen zuvor ausgefischt.
Bis auf das letzte Rind.
Sauerkraut und Eier
Das schmeckt ja wie der Geier
Drum hurtig mich setze,
Die Zähne darauf wetze:
Hohoho, o Sauerkraut!
Ein Karpfen läßt sich essen
In einer sauern Brüh,
Muskaten nicht vergessen,
Zitron, Muskaten Blüh.
Und wann das Kraut ist recht gesauert
Und liegt mit Speck ummauert,
Da schmeckt es, mein Treue,
Wie Butter im Breie:
Hohoho, o Sauerkraut!
Ein Hecht mit Sauerkraut gefüllt,
Rosinen drein gethan,
Gar bald das Magenfieber stillt,
Wann gut Gewürz, daran;
Alsdann mit Hirschebrei
Schlung das Kraut hinei,
Das speiset den Leibe,
Dies bereite, mein Weibe:
Hohoho, o Sauerkraut!
Wanns Kraut von Fette tropfet,
Da kann mans feine schlingen,
Dqß's Herz im Leibe so hopfet,
Wie junge Mädchen springen.
Wanns Kraut ist recht gemengt,
Mit Griefen eingesprengt,
Da finkelt das Bartel
Von fetten Schwein-Schwartel:
Hohoho, o Sauerkraut! |